Traumabegleitung

Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit ist die Begleitung traumatisierter Menschen.
Durch verschiedenste Traumata wie emotionalen, körperlichen oder sexuellen Mißbrauch hervorgerufene tiefe seelische Verletzungen bedürfen oft einer intensiven und einfühlsamen Begleitung, um das verloren gegangene Vertrauen (zu den Mitmenschen (Partner, Freunde etc.), sich Selbst und u.U. auch zu Gott) neu zu wagen und mit den mit dem Trauma  verbundenen intensiven Gefühlen umgehen zu lernen.

Viele Menschen erleben eine innere Zerrissenheit zwischen sehr verschiedenen Bestrebungen und Bedürfnissen und schaffen es  - trotz guten Wollens - häufig nicht, diese widersprüchlichen Empfindungen unter Kontrolle zu bringen.

Da traumatische Gefühle und die damit oft verbundene existenzielle Bedrohung überwältigend sind, gelingt eine Informationsverarbeitung wie bei anderen Erlebnissen des Alltags nicht. Die traumatischen Erfahrungen werden stattdessen dissoziiert (d.h. fragmentiert) im Gedächtnis gespeichert, wodurch vorübergehend Entlastung erreicht werden kann. Allerdings können diese Erfahrungen nun nicht  mehr als ganze Geschichte abgerufen werden, sondern sind nur noch in Erinnerungsbruchstücken, meistens gekoppelt an starke Empfindungen (auch Körperempfindungen), abrufbar. Diese Empfindungen können auch nach langer Zeit noch durch kleine Anlässe im Alltag ungewollt in das Bewusstsein geflutet werden und sich dann immer noch anfühlen als würde etwas von „Damals“ im „Hier und jetzt“ geschehen.  Um sich vor diesen Gefühlsüberflutungen zu schützen werden oft sehr komplexe Vermeidungsstrategien entwickelt, die wiederum sehr kraftraubend bzw. auch destruktiv sein können, sich in nicht verstehbaren oder nachvollziehbaren Verhalten zeigen und so häufig in neue Schwierigkeiten führen.

Es geht deshalb in der Therapie darum, diese Verhaltensweisen auf dem Erfahrungshintergrund zu verstehen und deren ursprüngliches Ziel - das Überleben in bzw. nach einem Trauma zu sichern - zu würdigen. Gleichzeitig soll ein neuer, konstruktiver Umgang  mit diesen schwierigen Gefühlen erlernt und geübt werden, neue Verhaltensweisen erprobt und die bisher verdrängten/abgespaltenen Erfahrungen in die Lebensgeschichte und die eigene Persönlichkeit integriert werden. Dieser Weg ist meist schwierig und lang aber auch sehr lohnenswert. Dabei kommt dem Wieder- und Neuentdecken  vorhandener Ressourcen große Bedeutung zu. Dazu zählt auch der christliche Glaube.

Das Konzept der christlich orientierten Traumabegleitung (CTB) verbindet die wichtigen Erkenntnisse der modernen Traumatherapie mit den Schätzen des Glaubens und dem, was durch göttliches Wirken möglich ist.